Von RAINER K. KÄMPF | Leicht hat er es nicht, der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Friedrich Merz. „… wenn Sie mal schauen, was dort über mich verbreitet wird, wie ich da angegriffen und herabgewürdigt werde – kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen.“ Soviel zum Alleinstellungsmerkmal. Es geht halt jeder Kanzler seinen ureigenen Weg in die Annalen der Geschichte.
Später werden Historiker mit der Analyse beschäftigt sein, woran es denn wohl gelegen haben mag, daß ein Politiker, in den so viel Hoffnung gesetzt wurde, krachend und auf ganzer Linie scheiterte. Daß sie genau zu dem Ergebnis des Scheiterns kommen werden, so wie hier vorweggenommen, dürfte zweifellos feststehen.
Vielleicht spürt Merz das ja auch. Warum sonst die verzweifelt anmutende Offenbarung? Selbstmitleid oder nach Mitleid heischend? Beides steht einem Regierungschef nicht gut zu Gesicht. Schon gar nicht einem, der unter falschen Versprechungen ins Amt kam, das Land aus einer der verheerendsten politischen und wirtschaftlichen Krisen führen zu wollen.
Das Volk ist mehr und mehr enttäuscht. Mehr noch, ernüchtert und der Geduldsfaden bis zum Zerreißen gespannt. Die Menschen erwarten klare kompromißlose Führung und ein gesellschaftspolitisches Konzept, das deutlich erkennbar den Willen und die Absicht der bitter nötigen politischen Wende vermittelt und zum Ziel stellt.
Das will und kann die Truppe in Berlin niemals. Nicht einmal ansatzweise. Der demütige und uns alle demütigende Aufruf, die schon flehentliche Bitte an den Koalitionsführer SPD, sich an ihre angeblich einstmalige wirtschaftliche Kompetenz zu erinnern, ist an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten.
Das kann, ja, das darf auf keinen Fall so weitergehen! Vielleicht dämmert es endlich auch den ersten Unions-Granden, daß dieses ehemals fortschrittliche, wirtschaftlich starke und blühende Land zu einer historischen Müllhalde degradiert wird.
Der Chef des CDU/CSU-Parlamentskreises Mittelstand, Christian von Stetten, sieht zumindest die regierende Koalition am Ende. Ob die Neuwahlen, die er ins Spiel bringt, ein wesentlich anderes Wahlergebnis zur Folge hätten, darf unter den gegenwärtigen Bedingungen kaum erwartet werden.
Es sei denn, eine unverbrauchte, dem Land und seinen Menschen verpflichtete Generation von Politkern würde die Bühne in Berlin betreten. Das können nicht nur, sondern das müssen auch Unionspolitiker sein. Und zwar jetzt, zum wohl letzten möglichen Zeitpunkt einer Palastrevolution in 10117 Berlin!
PI-NEWS-Autor Rainer K. Kämpf hat Kriminalistik, Rechtswissenschaft und BWL studiert. Er war tätig in einer Anwaltskanzlei, Geschäftsführer einer GmbH, freier Gutachter und Sachverständiger. Politisch aktiv ist Kämpf seit 1986. Als Kommissar in spezieller Stellung im Berliner Polizeipräsidium hatte er Kontakte zum damaligen „Neuen Forum“ in den Anfängen. Er verzichtete darauf, seinem Diensteid zu folgen und folgte lieber seinem Gewissen. Bis 2019 war er Referent einer AfD-Landtagsabgeordneten in Brandenburg. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er diese Tätigkeit und befindet sich seither im unruhigen Ruhestand.
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