Von RAINER K. KÄMPF | Der klassische Romantiker Heinrich Heine fühlte sich schon 1844 um den Schlaf gebracht, wenn er an Deutschland dachte. Er war seiner Zeit weit voraus, wie wir heute wissen.
Man weiß gar nicht, wo anzufangen wäre, Gründe für den Schlafentzug aufzureihen. Während der Bundeskanzler aus der Haut fährt und Taktgeber Finanzminister Lars Klingbeil lautstark zurechtweist, während Boris Pistorius (SPD) als Verteidigungsminister den kommenden Marsch gen Osten im Visier hat und Katherina Reiche (CDU) als Bundeswirtschaftsministerin abgesägt werden soll – ihre Kompetenz schlägt wohl allgemein aus der Art –, während Deutschland also so viel Böses widerfährt, kommt der Grünen-Chef Felix Banaszak daher.
Die Grünen, von Anbeginn das Problem an sich, geistern nun schon ein paar Jahrzehnte durch das deutsche Gemeinwesen und wähnen sich in dem Wahn, selbst Problemlöser zu sein. Das macht den Umgang mit ihnen nicht immer einfach und erfordert zuweilen viel Geduld und Einfühlungsvermögen, was halt bei der Konfrontation mit bipolaren Phänomenen vonnöten ist.
Weit ab und jenseits der aktuellen Tagespolitik widmet sich Banaszak dem Mann. Also nicht einem in persona, sondern dem Mann als Kollektiv. Die herrschenden Geschlechtsverhältnisse und bestehenden Geschlechtsnormen sind ihm ein Dorn im Auge. Das auch noch in der Hinsicht, daß, laut Banaszak, die Hälfte der Menschheit aus Männern bestehen soll. An dieser Stelle wird der Leser höchst verunsichert sein, weil ja die Grünen, im Widerspruch dazu, eine unüberschaubare Zahl an Geschlechtern propagieren. Beachtete man deren Theorien, kann das mit der Hälfte von Männern innerhalb des Gesamtbestandes menschlicher Individuen nicht hinkommen.
Von Zweifeln innerlich zerrissen, kommt der Ober-Grüne zu dem Schluß und tönt vernehmbar, daß es für Frauen nachteilig wäre, in heterosexuellen Beziehungen zu leben. Gut, mag man den Kopf an dieser Stelle wiegen, so eine gängige Beziehung wirft nicht selten Probleme auf. Wer aber darunter leidet, Mann oder Frau, muß dann empirisch nachgewiesen werden. Nach allgemeiner Wahrnehmung gehen an dieser Stelle die Meinungen weit auseinander.
Kurz und gar nicht gut: Dem Patriarchat will man ans Leder, der traditionellen Männlichkeit. Irgendwie reichlich spät, denn, zumindest in Politik und Gesellschaft, wird traditionelle Männlichkeit schmerzlich vermißt. Es wäre einer hoffnungsvollen Zukunft für das Land wirklich förderlich, erinnerte man sich daran, daß Cojones und Männlichkeit einander bedingen, bedingungslos.
Es ist viele Jahre her, daß der Mensch die Erde betrat. Im Nahen Osten soll das sogar ein Mann gewesen sein. Ebenso so lange laboriert die Menschheit an den bestehenden Verhältnissen zwischen Mann und Frau und macht sich deren Normen nicht selten zum Problem.
Auf die ernsthafte Idee, daran zu rütteln, kam niemand. Das hat seinen Grund: Bewährtes wird nicht eingerissen.
Und dann kam der Grüne Mann …
PI-NEWS-Autor Rainer K. Kämpf hat Kriminalistik, Rechtswissenschaft und BWL studiert. Er war tätig in einer Anwaltskanzlei, Geschäftsführer einer GmbH, freier Gutachter und Sachverständiger. Politisch aktiv ist Kämpf seit 1986. Als Kommissar in spezieller Stellung im Berliner Polizeipräsidium hatte er Kontakte zum damaligen „Neuen Forum“ in den Anfängen. Er verzichtete darauf, seinem Diensteid zu folgen und folgte lieber seinem Gewissen. Bis 2019 war er Referent einer AfD-Landtagsabgeordneten in Brandenburg. Aus gesundheitlichen Gründen beendete er diese Tätigkeit und befindet sich seither im unruhigen Ruhestand.
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